Das neue Leben
Mit jedem Tag gewöhne ich mich mehr an das Leben in Peru. Mit jedem Tag liebe ich dieses Leben hier einbisschen mehr.
Peruaner sind so offene und zufriedene Leute.
| Eines der 1000 Bilder am Geburtstagsfest meines Cousins |
Ich habe Menschen kennen gelernt, die mit grosser Armut kämpfen, doch trotzdem glücklich scheinen und immer einen Grund finden, um zu lachen. In diesem Monat habe ich immer wieder über die Schweiz und Peru nachgedacht. Ich frage mich, warum wir Schweizer uns wegen den kleinsten Problemen den Tag versauen können, währenddem es Menschen auf dieser Erde gibt, die nichts haben und trotzdem zufrieden sind.
Das Einzige an das ich mich wirklich noch gewöhnen muss ist die faule Art der Südamerikaner. In Peru verbringt man gerne den ganzen Tag zuhause, schaut in den Fernseher und ist mit der anderen Hand auf Facebook. Man nimmt hier allgemein das Leben viel lockerer und spontaner. So wurde die Geburtstagsfeier des Cousin fünf Minuten davor doch noch auf den Sonntag verschoben. Die Geburtstagsfeier an sich war aber sehr schön. Es wurde viel getanzt, lauthals gelacht und Fotos gemacht. Mit Fotos machen meine ich, dass die ganze Familie zuschaute wie das Geburtstagskind eine Viertelstunde hinter der Geburtstagstorte fotografiert wurde. Einmal mit der Tante und ihren Kindern, einmal nur mit der Tante, einmal nur mit der Tante und der Cousine, einmal die Tante un der Cousin und einmal die Cousine und der Cousin. Ich musste zum Glück nur 5 mal in die Kamera schauen.
Jedoch hat die lockere Art gewiss auch Vorteile. Es ist nicht selten, dass man zwei Stunden lang mit dem Lehrer Karten spielt, obwohl Unterricht wäre.
Sonst noch eine kleine Bemerkung zu meiner Schule hier. Es ist völlig normal, dass die Mädchen während dem Unterricht, ihre Augenbrauen von den Jungs zupfen lassen und diese im Gegenzug deren Pickel ausdrücken.
Am Sonntag war ich dann mit meinem Cousin, meiner Schwester und meinem Onkel beim Puerto Pizarro. Dies war aber auch ein sehr unerwarteter Ausflug. Ursprünglich wollten meine Schwester und ich nur zum Onkel gehen, um einmischen zu reden. Als wir dann in sein Auto stiegen und den Nachhauseweg antraten, war ich schon ziemlich erstaunt, am bekanntesten Hafen Tumbes auszusteigen. Als Austauschschüler weiss man wirklich nie, was am nächsten Tag auf einem wartet:)
Nach einem kleinen Spaziergang entlang des Hafens, assen wir in einem kleinen Fischrestaurant Ceviche.
![]() |
| Umzug von AFS am Freitag |
Letzten Mittwoch trafen sich alle AFSler wieder für eine Reunión. Zuerst nahmen wir an einem Umzug teil, der aufgrund eines Festes der verschiedenen Länder stattfand. Dazu liefen wir durch die Strassen von Tumbes, schwenkten unsere Nationalfahnen und lächelten wieder einmal in die Kameras. Danach sassen wir 2 Stunden im Regierungsgebäude, um uns Gedichte aus aller Welt anzuhören. Unteranderem musste meine Austauschreundin aus Italien ein italienisches Gedicht vortragen. Am Ende erhielten wir vom Präsident des Departements Tumbes ein Diplom. Ich weiss zwar bis heute noch nicht, für was dieses Diplom steht, laut der AFS Präsidentin sollte es aber etwas sehr Spezielles und eine Ehre sein.
Am Donnerstag hatte mich dann ein Freund der Klasse nach der Schule in die Musikstunde mitgenommen. Dort werde ich in Zukunft singen und Keyboard spielen. Die Stunde hat mir sehr gefallen, wobei auch diese sehr anders sind als in der Schweiz. Alle spiele durcheinander und probieren die anderen Instrumente aus. Der Lehrer hat mir am Ende der Stunde auch schon mitgeteilt, dass ich mein selbstkomponiertes Stück vor der ganzen Schule vorsingen muss. Mit dem Gedanke, vor 1000 Leuten zu singen, muss ich mich aber noch anfreunden.
Bis bald
Milena
![]() |
| Ein Abschlussbild der Reunión |
![]() |
| Vor dem Umzug |
![]() |
| Dies war am Freitag. Da hatten wir auch eine Reunión. Wir stellten uns an einem Stand auf und erzählten Passanten von unseren Heimatländer. |
| Dies war am Sonntag. Dort liefen wir unseren zweiten Umzug. |




Kommentare
Kommentar veröffentlichen