Ostern und Geburtstag

Die Schule hat im März wieder angefangen und nun heisst es für mich nach 3 Monaten früh aufzustehen. Ich habe eine neue Klasse, weil meine andere Klasse die Schule nun abgeschlossen hat. Ich habe mich schneller an diese gewöhnt als gedacht. 
Ausserdem werde ich bis im Juni nun immer um 1 Uhr mit der Schule fertig sein, worüber ich mich sehr gefreut habe. So habe ich mehr Zeit für Sport und Freunde :)

Als ich letztens auf ein Motortaxi gewartet habe und mich wie fast jeden Abend ein Peruaner um 21.00 Uhr mit “Good morning” grüsste, wurde mir klar wie fest ich mich hier eingelebt habe. Ich weiss noch ganz genau wie ich am Anfang mit der Art der Tumbesinos zu kämpfen hatte. Nun ist es normal für mich durch den Markt zu laufen, von 50 Augen angestarrt zu werden und von allen Ecken nachgepfiffen zu werden. Ich habe gelernt, kalten Kopf zu bewahren wenn ein Mann sich wieder einmal sein T-shirt abzieht und es vor mir vor die Füsse legt.  Um ehrlich zu sein, ich kann es mir im Moment gar nicht mehr vorstellen, ohne all diesen tumbesinischen Schwachsinn zu leben. Und hier meine ich spezifisch Tumbes, denn in den meisten anderen Teilen Perus sind die Menschen weniger unverschämt. 
Ich kann mich noch ganz genau an meine anfängliche Abneigung zu Tumbes erinnern. Eine Abneigung, die sch von Zeit zu Zeit zu Liebe verwandelt hat. 


Nun will ich euch etwas erzählen, dass mich eine lange Zeit beschäftigt hat. 
Vor rund 4 Wochen ist der Gastvater einer Freundin aus Lima (Ferienaufenthalt) zurückgekommen. Der Rest der Familie war immer noch in Lima, nur meine Freundin war zuhause. Er hat sich sehr komisch verhalten und meine Freundin hat sich dann dazu entschieden, in die Notfallsstation zu fahren. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte meine Freundin Verdacht auf einen Schlaganfall, doch da es keine (funktionierende) Ambulanz in Tumbes gibt, fuhr sie mit de Motortaxi zum Spital. 
Dort angekommen musste sie zuerst in der Notfallsstation warten, da sie ja keine Angehörige ist. Als sie nach vier Stunden auf mehrfaches Fragen hin immer noch keine Informationen erhielt, wurde sie ungeduldig und trat ohne Erlaubnis in den Artztbereich ein. Dort erfuhr sie dann, dass sich immer noch kein Arzt um ihren Gastvater gekümmert hat, obwohl man bei einem Schlaganfall sehr schnell reagieren müsste. Das CT wurde aber erst nach 2 Tagen gemacht und am 3. Tag ausgewertet. Natürlich trug ihr Gastvater bleibende Schäden mit. 
Das Schlimmste an der ganzen Sache finde ich aber, dass dies keinen einzigen Peruaner erschreckt hat. 


Nun noch zu einem schönerem Thema. Wie auch in der Schweiz, wurde auch in Peru Ostern gefeiert. Hier werden alle kirchlichen Festtage viel religiöser gefeiert. So auch Ostern
In der Schule werden Theater vom letzen Abendmahl inszeniert und die Familien schauen Filme über Jesus’ Leben. Eine Tradition ist ausserdem in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag zu 7 Kirchen zu pilgern und dort zu beten. 



Zuletzt noch zu meinem Geburtstag. Die, die viel Kontakt mit mir hatten, wissen, dass ich mich schon lange vor diesem Tag fürchtete. Erstens weil es genau der 18. Geburtstag war, den ich so weit weg von zuhause feierte und zweitens weil alle meine peruanischen Freunde wegen den Universitäten umgezogen sind und drei sehr nahe Austauschschüler Tumbes Ende März auch verliessen. Es war für mich auch wirklich kein einfacher Tag und ich hatte in vielen Momenten mit Heimweh zu kämpfen. Schlussendlich war es dann aber trotzdem nicht so schlimm wie gedacht. Am Abend kam mein Afs Chapter vorbei und wir assen Torte. 
Mein Afs Chapter am Geburtstag

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